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SchuldenStop · März 2026
Häufige Fragen — Schulden, Insolvenz, P-Konto
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Schulden in Deutschland. Alle Angaben sind allgemeine Informationen — keine Rechtsberatung. Für Ihre persönliche Situation vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch bei SchuldenStop.
Schuldnerberatung allgemein
Wie läuft eine Schuldnerberatung bei SchuldenStop ab?
Der Ablauf beginnt mit einem kostenlosen Erstgespräch, in dem Ihre Situation erfasst wird: Welche Schulden bestehen, welche Fristen laufen, welche Sofortmaßnahmen nötig sind (z. B. P-Konto). Danach erfolgt die Schuldenerfassung und Budgetplanung. Anschließend koordiniert SchuldenStop den außergerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern. Gelingt keine Einigung, wird die Privatinsolvenz vorbereitet. Die rechtlichen Schritte erfolgen durch BSD e.V. und kooperierende Fachanwälte.
Was sind die Aufgaben einer Schuldnerberatung?
Eine Schuldnerberatung erfasst alle Schulden und Gläubiger, erstellt einen Haushaltsplan, prüft ob Forderungen berechtigt sind, verhandelt mit Gläubigern über Ratenzahlung oder Vergleich, koordiniert die P-Konto-Einrichtung und bereitet bei Bedarf die Privatinsolvenz vor. SchuldenStop übernimmt die Koordination dieser Aufgaben. Rechtliche Bewertungen und Gutachten erfolgen durch BSD e.V. und Fachanwälte.
Welche Unterlagen brauche ich für das Erstgespräch?
Für das Erstgespräch sind hilfreich: eine Aufstellung Ihrer Schulden und Gläubiger (soweit bekannt), Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen, Jobcenter-Bescheide), Mietvertrag und Kontoauszüge der letzten drei Monate, sowie alle Mahnungen, Inkasso-Schreiben und gerichtliche Dokumente. Keine Sorge — wenn Sie nicht alles haben, beginnen wir mit dem, was vorhanden ist.
Was ist der Unterschied zwischen öffentlicher und privater Schuldnerberatung?
Öffentliche Beratungsstellen (Caritas, Diakonie, AWO) sind kostenlos, haben aber Wartezeiten von 3 bis 6 Monaten. Private und gemeinnützige Anbieter wie SchuldenStop reagieren schneller (24–48 Stunden), erheben aber Gebühren für die laufende Koordination. Das Erstgespräch bei SchuldenStop ist kostenlos. Beide Wege können zur Schuldenfreiheit führen — der Unterschied liegt in Geschwindigkeit und Erreichbarkeit.
Kann eine Schuldnerberatung meine Schulden löschen?
Eine Schuldnerberatung kann Schulden nicht einfach löschen. Sie kann aber Wege koordinieren, die zur Schuldenfreiheit führen: eine außergerichtliche Einigung mit Gläubigern (oft mit erheblicher Reduktion der Gesamtschuld) oder die Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung nach 3 Jahren. Beide Wege können dazu führen, dass Schulden dauerhaft erlassen werden.
Muss ich alle Schulden bei der Beratung angeben?
Ja. Eine vollständige Übersicht aller Schulden ist entscheidend für eine erfolgreiche Schuldenregulierung. Werden Gläubiger verschwiegen, kann dies den außergerichtlichen Einigungsversuch gefährden und im Insolvenzverfahren zur Versagung der Restschuldbefreiung führen. Alle Angaben werden vertraulich behandelt.
Ist SchuldenStop eine anerkannte Beratungsstelle nach § 305 InsO?
SchuldenStop ist die Regionalgeschäftsstelle Stuttgart des Bundesverband Schuldnerhilfe Deutschland e.V. (BSD e.V.). Die Bescheinigung nach § 305 InsO — die für den Insolvenzantrag erforderlich ist — wird durch BSD e.V. und kooperierende Fachanwälte für Insolvenzrecht ausgestellt. SchuldenStop koordiniert den gesamten Prozess.
In welchen Sprachen bietet SchuldenStop Beratung an?
Das Erstgespräch und die laufende Koordination können auf Deutsch und Türkisch stattfinden. Die Website bietet Informationen in 16 Sprachen: Deutsch, Türkisch, Englisch, Arabisch, Rumänisch, Russisch, Bulgarisch, Ukrainisch, Polnisch, Kroatisch/Bosnisch/Serbisch, Italienisch, Griechisch, Albanisch und Thai. Für weitere Sprachen wird eine Lösung gefunden — niemand wird abgewiesen.
Kontopfändung und P-Konto
Was muss ich bei einer Kontopfändung sofort tun?
Sofort bei der Bank die Umwandlung in ein P-Konto verlangen. Die Bank darf nicht ablehnen und muss innerhalb von 4 Werktagen umwandeln. Ab der Umwandlung sind 1.560 € pro Monat geschützt. Sie haben nach Zustellung der Pfändung eine 14-Tage-Schutzfrist — handeln Sie sofort.
Was ist ein Auskehrungskonto (PSK)?
Ein Auskehrungskonto ist ein Unterkonto des P-Kontos. Wenn Ihr monatliches Guthaben den Freibetrag übersteigt, wird der überschüssige Betrag nicht sofort an den Gläubiger ausgezahlt, sondern zunächst auf das Auskehrungskonto übertragen. Im Folgemonat wird dieser Betrag wieder auf Ihr P-Konto zurückgebucht. Übersteigt das Guthaben dann erneut den Freibetrag, kann die Differenz an den Gläubiger ausgezahlt werden.
Wird ein P-Konto an die Schufa gemeldet?
Die Existenz eines P-Kontos wird der Schufa gemeldet — aber nur, um sicherzustellen, dass keine zweite P-Konto existiert (es ist nur eines pro Person erlaubt). Die bloße Umwandlung in ein P-Konto führt nicht automatisch zu einem negativen Schufa-Eintrag. Negative Einträge entstehen durch unbezahlte Forderungen, nicht durch das P-Konto selbst.
Kann mein Geld trotz P-Konto gepfändet werden?
Ja — alles, was über dem monatlichen Freibetrag (1.560 €) liegt, kann gepfändet werden. Deshalb ist die Freibetragserhöhung über eine Bescheinigung nach § 903 ZPO wichtig, besonders bei Kindergeld, Unterhaltspflichten oder Sozialleistungen für weitere Haushaltsmitglieder. SchuldenStop koordiniert die Erstellung dieser Bescheinigung.
Kann die Bank die Umwandlung in ein P-Konto ablehnen?
Nein. Die Bank ist gesetzlich verpflichtet, die Umwandlung innerhalb von 4 Werktagen durchzuführen (§ 850k ZPO). Eine Ablehnung oder Verzögerung ist rechtswidrig. Zusätzliche Gebühren für das P-Konto dürfen nicht erhoben werden — es muss zu den regulären Kontoführungspreisen angeboten werden.
Privatinsolvenz
Was ist der Unterschied zwischen Privatinsolvenz und Regelinsolvenz?
Die Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) ist für Privatpersonen und ehemalige Selbstständige mit wenigen Gläubigern. Sie erfordert einen vorherigen außergerichtlichen Einigungsversuch. Die Regelinsolvenz ist für aktuell Selbstständige und Unternehmen. Bei beiden Verfahren ist nach 3 Jahren Restschuldbefreiung möglich. SchuldenStop koordiniert die Klärung, welches Verfahren für Ihre Situation richtig ist.
Kann ich als Selbstständiger Privatinsolvenz anmelden?
Aktuell Selbstständige müssen eine Regelinsolvenz beantragen, nicht die Privatinsolvenz. Ehemalige Selbstständige, die ihr Gewerbe abgemeldet haben, können die Privatinsolvenz nutzen. In beiden Fällen beträgt die Dauer bis zur Restschuldbefreiung 3 Jahre. SchuldenStop koordiniert die Prüfung über BSD e.V. und Fachanwälte.
Was passiert mit meiner Wohnung während der Insolvenz?
Ihre Mietwohnung ist grundsätzlich nicht gefährdet. Der Treuhänder prüft lediglich, ob die Miete angemessen ist. Eigentum (Haus, Wohnung) kann jedoch zur Insolvenzmasse gehören und verwertet werden. Die genauen Auswirkungen auf Ihre Wohnsituation werden im Erstgespräch besprochen.
Kann ich während der Insolvenz arbeiten?
Ja, Sie müssen sogar einer zumutbaren Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich darum bemühen. Das Einkommen bis zum Pfändungsfreibetrag (1.555 € netto für eine Person ohne Unterhaltspflichten) bleibt Ihnen vollständig erhalten. Nur der pfändbare Anteil wird an den Treuhänder abgeführt.
Welche Schulden werden bei der Restschuldbefreiung nicht erlassen?
Von der Restschuldbefreiung ausgenommen sind: Geldstrafen und Bußgelder aus Straftaten, Schulden aus vorsätzlich unerlaubten Handlungen (z. B. Betrug) sowie Steuerschulden, die auf Steuerhinterziehung beruhen. Alle anderen Schulden — Kredit, Inkasso, Miete, Energie, Telefon — werden nach 3 Jahren vollständig erlassen.
Inkasso und Mahnbescheid
Muss ich auf ein Inkasso-Schreiben reagieren?
Sie sollten jedes Inkasso-Schreiben ernst nehmen und die Forderung prüfen. Nicht jede Inkassoforderung ist berechtigt — überhöhte Gebühren, verjährte Forderungen oder falsche Beträge kommen vor. Ignorieren Sie Inkasso-Schreiben nicht, denn der nächste Schritt ist oft ein Mahnbescheid vom Gericht. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Forderung prüfen.
Sind Inkassokosten immer berechtigt?
Nein. Inkassounternehmen dürfen nur die Kosten berechnen, die ein Rechtsanwalt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) berechnen dürfte. Überhöhte Mahngebühren, Bearbeitungsgebühren oder Kontoführungsgebühren sind häufig unberechtigt. Wenn Sie Zweifel an der Höhe einer Inkassoforderung haben, lassen Sie diese prüfen.
Was passiert, wenn der Gerichtsvollzieher kommt?
Ein Gerichtsvollzieher kann nur kommen, wenn der Gläubiger einen Vollstreckungstitel hat (z. B. Vollstreckungsbescheid oder Urteil). Der Gerichtsvollzieher darf pfändbare Gegenstände mitnehmen und eine Vermögensauskunft verlangen. Lebensnotwendige Gegenstände (Kleidung, Möbel, Kühlschrank, Waschmaschine) sind geschützt und dürfen nicht gepfändet werden. Sie müssen den Gerichtsvollzieher in die Wohnung lassen — verweigern Sie den Zutritt nicht.
Miet- und Energieschulden
Was passiert bei Mietschulden?
Bei einem Rückstand von zwei Monatsmieten kann der Vermieter fristlos kündigen. Danach kann eine Räumungsklage folgen. Mietschulden sind Primärschulden und haben Vorrang vor allen anderen Verbindlichkeiten. Wenn Sie Mietrückstände haben, handeln Sie sofort — sprechen Sie mit dem Vermieter und suchen Sie professionelle Hilfe.
Kann der Energieversorger mir den Strom sperren?
Ja, wenn der Rückstand den doppelten Monatsabschlag oder 100 € übersteigt. Die Sperre muss 4 Wochen vorher angedroht und 3 Tage vorher angekündigt werden. Bei einer Stromsperre können Sie versuchen, eine Ratenzahlung mit dem Versorger zu vereinbaren. Energieschulden sind wie Mietschulden Primärschulden und haben Vorrang.
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SchuldenStop — Regionalgeschäftsstelle Stuttgart
des Bundesverband Schuldnerhilfe Deutschland e.V.
Rückmeldung innerhalb von 24–48 Stunden. Erstgespräch kostenlos. Bundesweit.
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